DESERT SIN



Österreichische Bands scheinen in der letzten beim Label Pure Steel Records schwer im kommen zu sein. Die Jungs von DESERT SIN haben vor kurzem ihr neues Album an den Metalhead gebracht, Grund für uns mal genauer bei Bandchef Roman Fischer über das Album zu informieren und nachzufragen wie denn das neue Album so angekommen ist.

J.P: Hallo Roman. Vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu euch selbst als Band beantwortest. Da euch viele Leute bestimmt noch nicht kennen, stell dich und die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

R.F: DESERT SIN wurde im Jahr 2000 gegründet. Damals allerdings noch unter dem Namen SICK-U-R. 2004 nahmen wir unsere erste EP „MMIV“ auf, 2006 das erste Full Length Album „Zero Hour“. Der Opening-Track „My Empire“ war dann auch auf der „Metal Crusade XIV“ Compeliation des „HEAVY“ Magazins vertreten.
Während der Arbeiten an dem Nachfolger zu „Zero Hour“ wurde uns dann klar, dass der alte Bandname wirklich nichts mehr mit unserem Sound zu tun hat. Um den neuen Bandnamen DESERT SIN zu promoten produzierten wir für das „Keep It True X“ Festival die Kompilation CD „All in One“. Gegen Ende des gleichen Jahres veröffentlichten wir dann „The Edge of Horizon“ via Pure Steel Records.
Im September 2010, also knapp 10 Jahre nach der Bandgründung, eröffneten wir dann das Sword Brother Festival in Andernach.
Das nächste Highlight war jetzt auch die Veröffentlichung unserer neuen CD.

J.P: Wie ist denn das in der österreichischen Metalszene so? Kommt man da einfach an gute Musiker im Metalbereich ran? Wie sieht es bei euch mit dem Nachwuchs an Metalbands aus?

R.F: Die meisten Bands bei uns in Tirol spielen Punk, Black- oder Deathmetal. Powermetal ist eher die Ausnahme. Wir sind gewissermaßen Exoten in unserem eigenen Land. :).
Gute Musiker und Nachwuchs gibt es eigentlich zur genüge. Zum Glück hatten wir bis jetzt nicht das Problem, jemanden ersetzen zu müssen. Ein großes Plus, wie ich finde.

J.P: Kommen wir mal zu eurem neuen Album „Destination Paradise“. Wann habt ihr angefangen Songs dafür zu schreiben? Wie lief denn der Aufnahmeprozess so ab?

R.F: Nachdem wir die letzte CD „The Edge of Horizon“ aufgenommen haben, begannen wir recht schnell wieder neue Songs zu schreiben.
Wir legten jetzt mehr Wert auf anspruchsvollere Texte.
Nachdem wir alle Songs fertig gestellt haben unterzogen wir jeden einzelnen Track einer kritischen Prüfung. Dabei wurde noch einiges an den Songs verändert. Zum Guten, wie ich glaube.
Der Aufnahmeprozess im Allgemeinen war sehr entspannt.
Die CD einzuspielen ging vergleichsweise rasch. Beginnend mit dem ersten Drumrecording Sessions bis zum finalen Mix haben wird dann ein halbes Jahr benötigt. Ein großer Pluspunkt ist sicherlich, dass wir jetzt das 4. Album mit demselben Team aufgenommen haben.

J.P: Das Album ist ja nun schon ein Weilchen auf den Markt, wie sind denn bislang die Reaktionen darauf?

R.F: In so gut wie allen Reviews erreichten wir das obere Drittel der Punkteskala. Manchmal haben wir sogar den persönlichen Geschmack des Rezensenten getroffe. Das freut uns natürlich sehr.
Es gibt auch Anregungen, die wir versuchen werden umzusetzen.

J.P: Worin glaubst du bestehen die größten Unterschiede zwischen eurem ersten Album „The Edge of Horzon“ und eurem neuen Werk „Destination Paradise“?

R.F: Der allergrößte Unterschied ist, dass sich Sandro bei „Destination Paradise“ ausschließlich auf den Gesang konzentrieren konnte. Die Gitarrenarbeit hat er völlig an Stefan abgegeben.
Desweitern haben wir mehr auf Details geachtet. Auch an den Songtexten haben wir länger als sonst gefeilt.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs ein. Für mich sind der Titeltrack „Destination Paradise“, „Kill the King“, „Follow me“ und „Hero“ die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich irgendwelche Favoriten auf dem Album?

R.F: „Destination Paradise“ und „Kill The King“ haben wir kurz hintereinander geschrieben. Daher heben sie sich von den anderen Songs etwas ab. „Follow Me“ ist meines erachtens unser Ausflug in Richtung epischen Metal. Um ehrlich zu sein, hätte es der Song beinahe nicht auf die CD geschafft. Erst im Studio konnten wir uns auf die Harmonien beim Chorus einigen. Und bei „Hero“ darf unser Bassist auch einmal einen Chorus Part singen. Alleine dadurch unterscheidet sich der Song von den anderen. Rhythmisch gesehen ist „Hero“ wohl der aufwendigste Song der ganzen CD.

J.P: Gibt es eine Art roter Faden, oder eine Hintergrundgeschichte die sich durch eure Songs spinnt? Über welche Themen schreibt ihr meistens eure Texte und Songs?

R.F: „Destination Paradise“ ist gewiss kein Konzeptalbum. Dazu sind die Themen, die beschrieben werden zu weit gefächert. Zum Beispiel wird klassische Fantasy-Thematik in „Kill the King“ und bearbeitet.
Hingegen beschreibt „Creation“ eine etwas „interessante“ Sichtweise zum Thema Religion im Allgemeinen.

J.P: Was mir aufgefallen ist, euer Stil ist ja im melodischen Heavy Metal Bereich anzusiedeln. Dabei legt ihr besonders viel Wert auf ordentliche Melodien, einem eingängigen Chorus und immer präsente Keyboards. Nun gibt es ja viele Leute die gerade die Keyboards immer noch als störendes Instrument sehen und lieber die Gitarren im Vordergrund hätten. Was entgegnest du diesen Leuten, wenn sie sagen das klingt uns zu sehr nach Happy Metal?

R.F: Es mag einige geben, die uns dafür hassen, aber wir wollen nicht auf das Keyboard verzichten. Es gibt uns die Möglichkeit mit Stimmungen zu spielen bzw. atmosphärisches zu schaffen. Fakt ist aber auch, dass Heavy Metal vom Einsatz der Gitarre lebt. Daher wollen wir dies nicht mit Keyboradflächen dergestalt zu pflastern, das man die Rhythmusarbeit nicht mehr hört. Daher setzten wir das Keyboard zum Teil sehr dezent ein.
Wenn du einen Zuhörer nach einem Song fragst, wird er dir wohl als erstes den Refrain vorsingen können. Daher legen wir beim Songwriting gossen Wert auf eine starke Hookline; „Kill The King“ ist hier ein gutes Beispiel.

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seid ja bei dem deutschen Label Pure Steel Records unter Vertrag. Seit ihr zufrieden mit eurer Wahl und habt ihr vor die Kooperation noch über mehrere Alben weiterzuführen?
Unter uns gesagt, ich halte ja das Label für einen kleinen Geheimtip und finde es passt eigentlich recht gut zu euch! : - )

R.F: Wir finden auch, dass wir bei Pure Steel Records sehr gut aufgehoben sind. Die Zusammenarbeit mit Ihnen ist sehr entspannt und wir verstehen uns auch Persönlich sehr gut mit den Labelchefs.
Sie machen eine großartige Job und wir sind Glücklich, ein Teil der Familie zu sein.
Von uns aus ist die Labelsituation geklärt und wir wollen auch in Zukunft mit Pure Steel Records zusammenzuarbeiten.

J.P: Roman wie geht es denn jetzt genau bei DESERT SIN weiter? Was steht bei dir selbst als nächstes an?

R.F: Vor kurzen hatten wir eine fantastische CD-Release Party!
Das spornt an, sich wieder in den Proberaum zu sitzen und an neuen Songs zu arbeiten.
Vielleicht ist in 2 Jahren die nächste CD fertig. Oder auch Früher; zumindest haben wir bereits begonnen, neues Songs zu schreiben.
Ich für meinen Teil habe Spass, 2 Kinder zu erziehen. Die entwickeln sich auch zu richtigen Mealheads!

J.P: Vielen Dank Roman für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

R.F: Pinky: Was werden wir morgen machen, Brain?
Brain: Wir werden die Weltherrschaft an uns reissen.


Julian

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