HERMAN FRANK

Der deutsche Gitarrenaltmeister Herman Frank ist momentan nicht nur bei ACCEPT besonders aktiv. Nein er hat auch mit seiner Soloband HERMAN FRANK sein neues, zweites Album „Right in the Guts“ am Start. Dies und auch seine aktuelle Tätigkeit mit ACCEPT waren natürlich Grund genug dem guten Herman mal ein wenig auf den Zahn zu fühlen.

J.P: Hallo Herman, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu deinem neuen Album und zu deiner Zukunft selbst beantwortest. Du hast mit ,Right in the Guts“ ein neues Album am Start. Wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?

H.F: Die Stücke entstanden eigentlich im Laufe der Zeit. Angefangen habe ich mit dem Schreiben nachdem die Tour mit ACCEPT im letzten Jahr beendet war. Allerdings war ich nach meinem Bühnenunfall (Herman ist bei einer Show von der Bühne gestürzt; Anmerkung des Red.) auch nochmal 6 Wochen außer Gefecht, so das ich dann erst im August richtig mit dem Schreiben anfangen konnte. Die Platte war dann Ende des Jahres fertig.
Ich hatte auch ein gesangliches Problem, mein alter Sänger Jotis konnte aus gesundheitlichen Gründen die Platte nicht einsingen, wir probierten es zwar aber es war einfach nicht möglich. Ich musste mir also einen neuen Sänger suchen und durch einen Freund aus Kanada bin ich dann auf Rick gekommen. Ihn habe ich dann zwei Demosongs geschickt und einen Tag später kamen diese komplett mit dem Gesang zurück, da dachte ich mir der Mann ist gut : -). Er war dann auch mal hier in meinem Studio in Hannover gewesen, hat den meisten Teil seines Gesanges bei sich zu Hause aufgenommen. Das hat halt den Vorteil das er Singen kann wann er möchte.

J.P: Da hast du mir ja quasi schon vorgegriffen: - ). Du hast ja ein paar neue Leute auf deiner neuen Platte mit an Bord. Kannst du vielleicht zum neuen Sänger Rick Altzi und zum Schlagzeuger Michael Wolpers ein paar Worte verlieren?

H.F: Rick war wirklich ein fantastischer Glücksgriff. Seine Einstellung ist super, er hat selbst Ideen und sein Gesang passt einfach perfekt zu meinen Songs. Ich kannte ihn vorher auch absolut nicht. Es war ein absoluter Zufall das er mich, angeschrieben hat nachdem er über einen Freund gehört hatte das ich einen Sänger suche. Michael ist eingesprungen für Stefan Schwarzmann der natürlich mit ACCEPT einfach lange unterwegs war und dann noch privat umgezogen ist. Es war ihm dann einfach alles zu viel und dann haben ich Michael gefragt, der hier aus Hannover kommt und den ich schon lange kenne.

J.P: Eine anschließende Frage dazu, dein alter Sänger Jotis konnte meines Wissens nach aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr mitmachen, wie geht es im heute, möchtest du/darfst du darüber etwas sagen?

H.F: Eigentlich möchte ich ihn da nicht vorgreifen und ich möchte dazu auch nichts sagen. (Was auch absolut verständlich ist)

J.P: Wenn du die neue Platte mit deinem ersten Soloalbum „Loyal to None“ vergleichst, worin siehst du die größten Unterschiede?

H.F: Also zuerst einmal natürlich den Sänger, obwohl ich finde das man dort nicht so große Unterschiede hört. Ansonsten hoffe ich das man keine größeren Unterschiede hört. Ich habe ja meinen Stil und habe diesen auch versucht bei der neuen Scheibe umzusetzen. Vielleicht ist die neue Scheibe ein wenig direkter als die Erste. „Right in the Guts“ zum Beispiel ist ein sehr direkter Song der sofort zündet. Es ist auch einfach eine Weiterführung von „Loyal to None“.
Die erste Scheibe kam ja recht gut an und ich wollte einfach auf dem Level bleiben. Natürlich darf man aber auch die selbe Platte nicht noch einmal machen. Ich schreibe halt für mich und habe Spaß daran, man muss auch ein bisschen Enthusiasmus mit einbringen. Denn mittlerweile kommen ja auf eine Platte mindestens fünf Kopien. Wenn man nicht gerade IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST heißt ist das ja alles nur hobbymäßig.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs ein. Für mich sind die stärksten Songs ganz klar „Roaring Thunder“, „Right in the Guts“, „Starlight“, „Raise your Hand“ und „Black Star“. Kannst du uns zu diesen Song etwas erzählen?

H.F: Es ist immer schwierig als Komponist etwas zu den Songs zu sagen : -). „Right in the Guts“ ist einfach ein sehr direkter Song und er hat einfach ein eigenes Feeling. Das Riff des Songs ist einfach klasse! „Starlight“ fand ich zum Anfang nicht so gut, aber Rick hat den so klasse gesungen das er dann richtig gut geworden ist. Es ist halt ein relativ einfach gestrickter Song ohne viel Schnörkel. Mir gefällt noch „Vengeance“ ganz gut, er fällt einfach ein bisschen aus dem Ganzen heraus und „King's Call“ finde ich auch gut.
Es muss einfach alles eine gewisse Melodie haben, ich mag einfach Songs an die man sich auch noch später erinnert und nicht vor lauter Instrumenten förmlich weggeblasen wird. AC/DC zum Beispiel kommen auch mit ein paar Akkorden aus und die Leute lieben sie.

J.P: Es gibt vermutlich kein wirkliches Konzept hinter dem Album, oder? Woher nimmst du deine Songideen, über was schreibst du so?

H.F: Nein ein richtiges Konzept gibt es nicht, die meisten Songs fallen mir einfach so ein wenn ich Gitarre spiele. Natürlich müssen die Songs dann auch zueinander passen und man muss natürlich schon ein bisschen auswählen, ich kann ja nicht auf einmal eine Blues Nummer drauf machen : - ).

J.P: Du bist ja beim deutschen Urgestein Label Metal Heaven unter Vertrag. Wie würdest du die Zusammenarbeit beschreiben? Bist du zufrieden mit deiner damaligen Wahl?

H.F: Die erste Platte war ja recht gut, das haben natürlich auch andere Labels gemerkt. Aber warum sollte ich wechseln? Georg (Inhaber Metal Heaven) ist ein richtiges Urgestein der Szene und bislang haben wir super zusammengearbeitet. Er labert nicht rum, sondern tut auch das was er sagt. Für mich ist es wichtig das ich zum dem Labelboss auch einen guten Draht habe. Ich mache jetzt so lange Musik, da möchte ich einfach mit den Leute auch persönlich gut klarkommen. Ich wollte auf jeden Fall bei Georg bleiben!

J.P: Beim gleichen Label erschien ja auch das Debüt deiner Familienband POISON SUN, die du zusammen mit deiner Frau Martina ins Leben gerufen hast. Gibt es an dieser Front aktuell Aktivitäten, ist da ein weiteres Album geplant?

H.F: Es kann sein das wir da vielleicht noch eine zweite Scheibe machen. Mal schauen was der gute Georg dazu sagt. Ich bin ja gerade erst von der Tour mit ACCEPT wieder zurück und war auch schon wieder im Studio. Zeitlich ist es einfach immer knapp bei mir. Ich bin von September bis Dezember wieder mit ACCEPT auf Tour und Rick Altzi schreit auch schon wieder nach der nächsten Platte : -).
Es frisst halt alles ein viel Zeit.

J.P: Ganz kurz möchte ich auch das Thema ACCEPT anschneiden. Da kommt man ja aktuell nicht drum herum. Euer zweites Album, mit der neuen Besetzung, „Stalingrad“ ist seit kurzem im Handel, die Reaktionen darauf sind bislang ja wieder sehr gut. Wie überrascht seid ihr von dem Ganzen? Hättet ihr erwartet das der Neustart so erfolgreich verläuft?

H.F: Also ich kann ja jetzt nur von mir persönlich sprechen. Wir waren alle sehr überrascht das das Comeback so gut einschlägt. Ich meine wir sind nur unterwegs und die erste Scheibe mit der neuen Besetzung ist richtig gut angekommen und war sogar Platte des Jahres. Was will man also mehr? Wir hätten das vorher nicht erwartet. Die Leute haben uns auch nicht vergessen über die Zeit, was ja eigentlich auch ein Wunder ist, denn die musikalischen Einflüsse verändern sich ja mit der Zeit.

J.P: Frank wie geht es denn jetzt genau bei HERMAN FRANK weiter? Wird es vielleicht mal die Chance geben euch Live zu sehen? Was steht bei dir selbst als nächstes an?

H.F: Also erst mal muss man natürlich schauen wie die zweite Scheibe ankommt. Wenn es zeitlich hinhaut und uns jemand bucht würde ich auf jeden Fall gerne mal mit meiner Soloband auf der Bühne stehen. Es muss halt zeitlich passen und da muss ich auch einfach jeden vertrösten und um Verständnis bitten, denn mit ACCEPT verdiene ich einfach mein Geld und das geht dann nun mal vor. Ich denke aber mal das wir vielleicht mit ACCEPT im nächsten Jahr nicht ganz so viel auf Tour sind, so das ich mal anvisiere vielleicht ab Januar mal mit der HERMAN FRANK Band auf Tour zu gehen. Ich würde es auf jeden Fall sehr gerne machen, denn Musik im Studio machen ist schön und gut, aber das eigentlich Business ist es live zu spielen und das will ich auch!

J.P: Wenn du dann doch mal ein wenig Zeit hast, was machst du denn so in deiner Freizeit?

H.F: Also ich jogge zum Beispiel auch mal einfach ganz gerne. Man muss sich ja fit halten, denn man darf das lange touren nicht unterschätzen das schlaucht ganz schön! Man ist ja keine 28 mehr : -). Da ging das alles noch und da konnte man auch ordentlich einen trinken auf Tour, das geht heutzutage nicht mehr, da braucht man immer länger zum erholen. Ansonsten lese ich auch mal ganz gerne einfach ein Buch, gehe mit meiner Frau ins Kino oder geht halt einfach mal aus.
Nächste Woche zum Beispiel gehe ich auf ein Michael Schenker Konzert und werde mit ihm ein, zwei Bierchen trinken das muss auch mal sein.
Man muss auch einfach mal ein bisschen entspannen, bei all der Arbeit. Das muss sein!

J.P: Vielen Dank Frank für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

H.F: Och richtig viel fällt mir immer bei den berühmten letzten Worten nicht ein : -). Ich finde es einfach super das es noch Fans gibt die noch die Platten kaufen, da muss man denke ich heutzutage schon stolz drauf sein!

Julian


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