NITROGODS

Deutsche Rock und Metal Bands die ala MOTÖRHEAD ohne Kompromisse einfach drauf los rocken gibt es nicht viele. Eine Ausnahme sind die neugegründeten NITROGODS, die mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum bei uns dieser Tage aufgeschlagen sind.
Die Jungs sind aber wahrlich keine Newcomer im Metalkosmos, stehen doch dort so altgediente Metaller wie Klaus Sperling oder Henry Wolter hinter den Instrumenten.
Neue Bands sind ja immer recht interessant und so war es mir eine Freude mich mit dem Gitarristen Henry mal ein wenig über das Debütalbum, seine Vergangenheit und die aktuelle Metalszene zu unterhalten.
Dabei ist mir auch ein kleiner Namensvopa passiert, aber lest selbst.

J.P: Hallo Henry. vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zu eurer Band beantwortest. Da euch viele Leute bestimmt noch nicht kennen, stell die Band doch einfach mal kurz vor und gib uns einen kurzen Überblick über eure Bandgeschichte?

H.W: Gerne. Ich heiße übrigens Henny, nicht Henry. Die NITROGODS sind Oimel Larcher, Bass/Gesang, Klaus Sperling, Drums und meine Wenigkeit an der Gitarre und Gesang. Wir kennen uns schon lange und haben auch schon früher zusammen Musik gemacht. Bis wir dann die Idee zu NITROGODS hatten.

J.P: Bevor wir auf euer Album genauer eingehen, noch kurz etwas zu deiner Vergangenheit Henry. Dein Ausstieg bei PRIMAL FEAR kam für mich recht plötzlich und überraschend. Kannst/darfst du uns etwas darüber erzählen und wie kam es dann danach zu Gründung von NITROGODS?

H.W: PRIMAL FEAR war in meinen Augen keine Band mehr. Ich stelle mir unter einer Band jedenfalls was anderes vor. Es war Zeit für mich, etwas zu tun. Da gründeten wir die NITROGODS.

J.P: Die „Große“ Unbekannte bei euch ist ja Claus „Oimel“ Larcher. Erzähl uns doch mal etwas über ihn. Was ist er denn für ein Typ? Er kommt ja recht gemütlich aber auch gewaltig rüber : - ).

H.W: Das kann ich beides bestätigen. Wobei er auch manchmal recht ungemütlich werden kann.
Was allerdings eher selten vorkommt. Ich jedenfalls lernte ihn auf einer Schlägerei bei ner Biker Party kennen, in die ich nicht verwickelt war. Er ballerte mir trotzdem versehentlich eine und ich
fiel um. Danach entschuldigte er sich sehr herzlich bei mir. Klaus kannte ihn schon vorher.

J.P: Euer Bandstatement kommt ja recht direkt rüber. „Drei Mann, drei Ecken und No Bullshit Rock´n` Roll“. Also keine großartigen Soundtüfteleien mehr. Sondern nur reine, kraftvolle Musik. Seit ihr der Meinung das heutzutage viel zu viel digital nachgearbeitet wird und mit viel zu viel elektronischen Schnick Schnack gearbeitet wird?

H.W: Ja. Genau das ist das Problem. Alle arbeiten mit den selben Plug Ins und Samples und alles klingt gleich undynamisch und schön.
Wenn Du dann eine 70er Jahre Quo oder AC/DC Platte auflegst fällt Dir auf, wie geil diese Platten eigentlich sind, obwohl es da noch gar keine Computer und Plug Ins gab.
Das nervt mich und umtreibt mich schon lange. Schließlich hab ich mit THUNDERHEAD auch noch auf Tonband aufgenommen. Ich wollte schon lange mal so eine Band wie NITROGODS haben, die wieder wie früher spielt und klingt.

J.P: Kommen wir mal zu den Songs auf dem aktuellen Album. Welches sind denn so deine Favoriten auf dem Album? Für mich stechen ja ganz klar „Demolition Inc“, „Licene to play loud“, „Lipsynch Stars“ und „Wasted in Berlin“ hervor. Kannst du uns zu diesen Songs etwas erzählen?

H.W: Also mein aktueller Lieblingssong ist „Whiskey Wonderland“. Den Bo Didley Rhythmus den Metal Fans um die Ohren zu knallen, die mich noch von PRIMAL FEAR kennen, ist einfach grandios.
Außerdem ist Dan auf der Nummer in Höchstform und ich liebe einfach extreme Stimmen.
Besonders wenn sie so singen können wie er und Oimel.

J.P: Ihr habt ja auch Gaststars auf dem Album Dan McCafferty und ´Fast` Eddie Clarke sind bei einigen Stücken zu hören? Wie konntet ihr sie gewinnen, wie kam der Kontakt zu Stande?

H.W: Ich habe Dan auf der Rock meets Classic Tour 2010 kennengelernt. Ich spielte dort Gitarre und er war der lockerste von den ganzen älteren Rockstars.
Er hing fast jeden Abend mit uns an der Hotelbar ab. Dort rang ich ihm das Versprechen ab, auf meiner nächsten Produktion einen Song zu singen.
Er sagte er würde es machen, wenn ihm der Song gefällt.
Ich schickte ihm „Whiskey Wonderland“ und er flog zu uns nach Hannover, um das Ding einzusingen. Seine Stimme ist einfach großartig und passt zu dieser Nummer wie die Faust aufs Auge.
Fast Eddie hatte bereits mit Klaus und Oimel auf einigen Charity Shows gespielt. Oimel fragte ihn ob er uns ein Solo spielen würde und er sagte spontan ja.

J.P: Gibt es eigentlich ein gewisses Konzept bei dem Album, also eine Art roter Faden der sich durch die Songs zieht?

H.W: Nein. Nur Old school Rock´n Roll ohne viel Schnick Schnack und nicht aufgeblasen.

J.P: Mir scheint es so als ob Oimel nicht der einzige Sänger auf dem Album ist. Wenn ich mich nicht verhört habe, singst du auch bei ein zwei Songs, richtig? Werdet ihr das auch in Zukunft so handhaben?

H.W: Das werden wir auf jeden Fall. Ich kann zwar nicht so singen wie Oimel, aber wenn´s Rock´n Rollig wird, dann singe ich sehr gerne ein paar Nummern um mich abzuregen. Das tut mir gut.

J.P: Henry wie siehst du die heutige Metalwelt? Ist es für eine neue Band leichter, aufgrund des Internets und der dadurch besseren Möglichkeiten, den Einstieg zu schaffen? Wie glaubst du sieht die Metallandschaft in ein paar Jahren aus, wenn vielleicht die ein oder andere ältere Metalband (SAXON, IRON MAIDEN u.s.w) nicht mehr existieren?

H.W: Eindeutig Jein.Ich sehe da zwei Seiten. Zum einen ist das Internet sicher eine gute Plattform für jüngere und neue Bands um überhaupt auf Ihre Existenz hinzuweisen. Andererseits ist das Netz übervoll mit Schrott und Idioten, die kein Mensch braucht.
Der Bandspam nervt derartig und das Net is noch geduldiger als Papier.
So zerstört das Internet selbst viele Möglichkeiten als ernsthafte Informationsquelle zu dienen, weil fast jede Info völlig inflationär scheint.

J.P: Henry wie geht es denn jetzt genau bei NITROGODS weiter? Eine Tour ist doch bestimmt in Planung, oder? Was steht bei dir selbst als nächstes an, bist du eigentlich noch in anderen Bands aktiv, sind THUNDERHEAD/DONNERKOPF noch aktiv?

H.W: Nein. NITROGODDS ist meine einzige Band und wird es auch bleiben. Egal ob wir wenig oder viele CD´s verkaufen. Eine Tour ist in Planung und wir werden uns jetzt sicherlich erstmal in Clubs wundspielen.

J.P: Vielen Dank Henry für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interviews! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

H.W: Ich danke Dir auch. Hoffe wir sehen uns demnächst mal auf Tour.
Und an alle Fans: Nicht downloaden, sondern kaufen, wenn Ihr´s geil findet. Geht zu den Konzerten und supported Eure Lieblingsbands. Sie werden es Euch danken.
Henny Wolter

Julian


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